«Schlechte Nachrichten»
Die Informationsflut nimmt ständig zu. Fragt man bei der KI nach, wie viele Artikel vor 20 Jahren im Vergleich zu heute täglich veröffentlicht wurden, berichtet sie: Es gibt keine Statistiken, und das aus unterschiedlichen Gründen. Eine «unbequeme» Antwort, so die KI, sei, dass ein tieferes Nachforschen zeigen würde, wie extrem die Informationsflut inzwischen zugenommen habe und wie gering die Aufmerksamkeitsspanne der Menschen geworden sei.
Es stimmt: Wir scrollen, klicken, überfliegen – und oft bleiben nur emotionale Eindrücke hängen, die uns nervös und unsicher machen oder gar Ängste auslösen. Die Frage, die wir uns stellen sollten, lautet: Was passiert auf energetischer Ebene, wenn wir immer wieder in die Informationsflut eintauchen?
Spirituelle Ausrichtung bedeutet nicht Spektakel und Sensation. Sie bedeutet in erster Linie die Bereitschaft, ganz im Stillen, ohne Publikum und Applaus, den eigenen inneren Weg zu gehen. Das erfordert Disziplin, so wie auch äussere Arbeiten und Schulungen Disziplin erfordern. Das Wort «Disziplin» hat dieselbe Wurzel wie das englische Wort disciple, «Schüler(in)», und wir alle sind in der Schule des Lebens. Jeder Einzelne von uns steht vor der Herausforderung, die eigene Einstellung dem Leben, der Menschheit und sich selbst gegenüber zu reflektieren. Es beginnt beim Denken: Was denken wir im Alltag? Wie denken wir über unsere Mitmenschen und die Menschheit als Gesamtes? Wie denken wir über uns selbst? Welche Gedanken kommen öfter vor, gute, schlechte oder gar destruktive?
Im Blick auf die Weltlage und die Informationsflut stellt sich die Frage, wie es dahin kommen konnte, dass wir immer wieder negativ denken. Wer hat uns diese Gedanken eingegeben? Wer hat unser Menschen- und Weltbild sowie unser Selbstbild geprägt? Wir selbst? Unsere Eltern und unser Umfeld? Die Medien, die Kultur, unsere Vorbilder? Denn Tatsache ist: Worauf wir unser Bewusstsein richten, das nähren wir, dem «schenken» wir unsere Energie. Auch in diesem Zusammenhang schützt Unwissenheit nicht vor der Konsequenz, denn es ist egal, ob wir uns unserer Ausrichtung bewusst waren oder nicht: Sie nährt ihren Inhalt trotzdem. Was immer wir denken, was wir uns anhören, was wir anschauen oder lesen, bekommt einen Teil von unserer Energie. Ein in der Esoterik viel zitierter Satz ist korrekt: Unsere Energie folgt unserer Aufmerksamkeit.
Es ist eine offensichtliche Tatsache, dass negative Nachrichten ein viel grösseres Interesse finden als positive. Damit Videos auf YouTube eine hohe Klickzahl bekommen, brauchen sie Titel und Schlagwörter, die auf die Thematisierung oder Enthüllung des Negativen hinweisen, zunehmend auch bei alternativen und esoterischen Kanälen. Warum ist das so? Warten wir unbewusst auf bestimmte Ereignisse, auf Bestätigung unseres negativen Glaubens, auf Drama, auf Aufregung, auf ein Aufflammen von Angst und Schrecken? Wenn wir uns bei einer solchen Resonanz ertappen, sollten wir erkennen, dass wir energetisch das Negative nähren, sowohl in uns selbst als auch im Aussen.
Die Fähigkeit, die eigene Aufmerksamkeit bewusst zu steuern, bedeutet nicht Verzicht. Sie bedeutet Wahlfreiheit. Wir entscheiden uns, der eigenen Energie eine heilsame Richtung zu geben und sie nicht leichtsinnig (oder neu-gierig) in das Negative zu investieren. Wir fragen uns bewusst: Will ich dieser Information in mir Raum geben? Will ich ihr meine Zeit schenken? Wir haben nicht unbeschränkt viel Zeit. Die Lebenszeit, die wir für das eine aufwenden, fehlt uns dann woanders …
Unsere Fähigkeit und Freiheit des Wählens zeigt sich bereits in den scheinbar kleinen Dingen: im bewussten Wahrnehmen der eigenen Gefühle; im Prüfen, ob eine Nachricht, ein Film, ein Gespräch oder ein Gedanke uns gut tut oder nicht; im Erkennen, wann wir innehalten und uns neu ausrichten sollten. Sie zeigt sich darin, ob wir uns am Morgen zuerst mit der Quelle verbinden, bevor wir ins Tagesgeschehen eintauchen; im bewussten Umgang mit den Medien; in der Bereitschaft, immer wieder zum Guten zurückzukehren, wenn wir merken, dass unsere Energie ins Negative abfliesst.
Zugegeben, das braucht Disziplin, Konsequenz und Durchhaltevermögen. Um das umzusetzen, muss einem bewusst sein, dass Informationen wie Nahrung sind: Sie müssen verdaut werden, mental, emotional und energetisch. Jede Information hat ein Energiefeld. Alles hat ein Energiefeld. Könnten wir die Energiefelder unserer Gedanken, der gesprochenen Wörter, der Informationen und unserer Handlungen wahrnehmen, würden wir unser Leben in einem ganz anderen Licht sehen und mit unseren Energien viel bewusster umgehen. Was theoretisch einleuchtend klingt, wird erst zu echter Lebensrealität (und Lebensqualität), wenn wir es uns selbst durch das eigene Erleben beweisen. Dann spüren wir, dass wir plötzlich mehr Energie haben und uns leichter und klarer fühlen. Unsere Aufmerksamkeit schweift nicht mehr zu persönlich irrelevanten Themen oder zu fernen Brandherden, wo wir ohnehin nichts tun können, sondern richtet sich wie von selbst auf die Lösungen der Probleme in unserer Umgebung – dorthin, wo wir direkt helfen und wirken können. Und plötzlich haben wir «mehr Zeit». Wir sehen immer mehr das Positive und Gute um uns herum, bemerken Chancen, erleben Synchronizitäten oder berührende Begegnungen, die wir sonst aufgrund unserer anders ausgerichteten Energie und Aufmerksamkeit verpasst oder übersehen hätten.
Wenn wir lernen, in «Energiebildern» zu denken, entsteht ein Alltag, in dem wir unsere Energien immer bewusster lenken. Die Fähigkeit der Unterscheidung wird zu einem Werkzeug der Selbstbestimmung. Nicht um perfekt zu sein, sondern um klar zu sein. Nicht um zu kontrollieren, sondern um bewusst zu wählen. Nicht um anderen zu gefallen, sondern um uns selbst treu zu bleiben. Nicht um das Negative und Böse in der Welt zu ignorieren oder gar so zu tun, als existiere es nicht, sondern um ihm möglichst wenig oder keine Energie zu schenken. Und in dieser bewussten Wahl liegt ein tiefer Frieden: ein Frieden, der aus dem Wissen erwächst, dass wir jederzeit entscheiden können, welche Gedanken und Einf lüsse wir annehmen – und welche wir an uns vorbeiziehen lassen.
Auf diese Weise wird unsere Fähigkeit, die Aufmerksamkeit zu lenken, zu einer Brücke zu mehr Klarheit, innerer Ruhe und mehr Energie. Dann werden wir auch erkennen, wie wir auf möglichst effiziente Weise nach aussen hin aktiv sein können, eben weil unsere Entscheidungen auf dieser inneren Klarheit beruhen. Durch diese bewusste Wahl erschaffen wir uns ein Leben, das wir selbst gestalten und das dem Guten dient, dessen Energiefeld wir dadurch «wie nebenbei» unterstützen und stärken, in einem wechselseitigen Austausch.
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Melanie Risi-Meier ist Romanautorin, Lektorin, Referentin und sensitiv-mediale Beraterin. Nach einem Unfall und Nahtoderlebnis Anfang 2011 folgten intensive Jahre der Selbstheilung sowie der Aufarbeitung und Integration des Erlebten in den Alltag. Sie ist verheiratet mit Armin Risi.
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Anfang 2026 erschien ihr erstes Sachbuch «Ur-Erinnerung an den Seelenplan – Nahtod, Heilung und der innere Einweihungsweg» (276 Seiten, Epubli, mit einem Vorwort von Prof. Dr. Oliver Lazar).
melanie-risi-meier.ch
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