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Digitale Überwachung – ein persönliches Erwachen

Die Frage, ob er lieber gehorchen will oder nicht, kann jeder Mensch nur für sich selbst beantworten. Oder auch nicht. Denn so anstrengend es auch sein mag, «bewusst» zu leben – zwischen «roter» und «blauer Pille» überhaupt wählen zu können, setzt beim Menschen voraus, dass er auch in der Wahrheit leben will.  

Wer die unbequeme, aber wahre Realität nicht wählt, verharrt weiter in seiner angenehmen Illusion. Wohingegen es für den, der einmal erkannt hat, wie der Hase läuft, kein Nichtwissen, keine «blaue Pille» mehr geben kann. Er geht entweder an der Wahrheit zugrunde oder unterwirft sich ihrer Disziplin. 

Trotz des Verdachts, mit jedem Anruf, jeder SMS und jedem Post eine digitale oder physische Akte zu füttern, war für mich immer klar: Ich lasse mich nicht zensieren. Und erlebte zugleich, wie Freunde und Bekannte Opfer von Hausdurchsuchungen, De-Banking und weiteren Einschüchterungsversuchen wurden. Sind das die zwei Wege? Schweigen – oder so lange drangsaliert werden, bis du schweigst? Und was passiert, fangen digitale ID oder EU-Chatkontrolle an, ihren totalitären Sog zu entfalten? 

Wie gesagt: Einmal aus ihr hinausgekrochen, gibt es keinen Weg zurück in die Matrix. Höchstens in den Kaninchenbau. So wusste ich zwar seit Edward Snowden, dass jeder meiner Anrufe irgendwo gespeichert wird – mich selbst habe ich dadurch aber nie bedroht gefühlt. Und ich denke, bis heute gibt es nur wenige Menschen, die telefonieren und sich dabei überwacht fühlen, und noch weniger, die sich allein durch das Mitführen eines mobilen Endgeräts einem potenziellen Straftatbestand ausgeliefert fühlen. 

Dabei sind wir das am Ende alle: potenzielle Opfer eines technokratischen Kontrollsystems. Die Frage ist nicht ob, sondern wann unser «Privatleben» strafrechtlich relevant wird. Und ich will ganz ehrlich mit Ihnen sein: Früher machte mir allein der Gedanke Angst, was sich aus diversen Datenbanken über mich zusammentragen liesse. Erst als ich erkannte, dass es genau darum geht – mich in diese Angst zu versetzen; mich in ihr zu halten –, kam ich in die Handlung. 

Ich wusste, dass ich nichts an meinem eigentlichen Verhalten – dem Gebrauch meiner Freiheit – ändern wollte. Also begann ich zu recherchieren: Wie sich von der Marktmacht der Tech-Giganten befreien? Kein Handy? Eher weniger. Ein Nokia ohne alles? Hm. Ein Above Phone? Zu teuer. Ein gebrauchtes Google Pixel mit selbst installiertem GrapheneOS? Schon eher – schliesslich nutze ich auch Linux. Am Ende, die Lösung: die in Lugano ansässige Firma Punkt. 2008 vom Norweger Petter Neby gegründet, bietet sie genau die Einfachheit, die ich suchte. Statt eines überbordenden Portfolios gibt es nur wenige, bewusst reduzierte Geräte. Auf dem minimalistischen Smartphone läuft das eigene Betriebssystem Apostrophy. Threema ist vorinstalliert. Das neue Premium Secure Smartphone MC03 wird zudem in Europa hergestellt. 

Was es verspricht? Den Schutz meiner persönlichen Daten vor Tracking und unerwünschter Weitergabe sowie ein Digital-Nomad-VPN für unsichere Netzwerke. Dass Apostrophy nach dem ersten Jahr kostenpf lichtig wird, ist für mich nur konsequent: Privatsphäre ist hier Produkt, nicht Rohstoff. Würde sich das ändern, sagte mir CEO Neby persönlich am Telefon, verriete er nicht nur Punkt., sondern auch sich selbst. Und meine Güte, sind mir Menschen sympathisch, die noch Prinzipien haben – und diese mit eiserner Disziplin auch leben. 

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Alle Infos finden Sie auf punkt.ch und apostrophy.ch 


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