Zerbrechen oder wachsen
Am 4. Januar 2023 sitzen zwei Eltern, die ihr drittes gemeinsames Kind erwarten, in einem Besprechungszimmer des Luzerner Kantonsspitals mit drei Ärzten und zwei Assistenzärzten. Die Situation ist angespannt, der Raum winzig und die Luft durch die vielen Menschen stickig. Die Spezialistin für Ultraschall eröffnet das Gespräch, indem sie die Beobachtungen der Untersuchungen festhält.
Das Baby im Bauch sei viel zu leicht und zu klein für die 37. Schwangerschaftswoche.
Sie vermute einen Gendefekt, aber man könne erst mehr sagen, wenn es auf der Welt ist. Da es für eine spontane Geburt möglicherweise zu schwach ist, käme nur ein Kaiserschnitt infrage und dieser sollte sorasch als möglich stattfinden, da sie nicht wissen, wie lange das kleine Wesen im Bauch noch überleben wird.
Die werdende Mama bin ich. Der werdende Vater mein Ehemann. Vor drei Wochen konnten wir endlich heiraten, obwohl wir schon seit Dezember 2018 verlobt waren. Das Kind in meinem Bauch bewegte sich täglich wie wild und die komplette Schwangerschaft verlief wie bei den ersten beiden gemeinsamen Kindern komplikationsfrei. Mein Mann und ich halten uns an den Händen, wissen gerade nicht, ob wir in einem falschen Film sind oder ein übler Traum mit uns Spässe macht. Wir hatten uns vorgenommen, dass auch unser drittes Kind auf natürliche Art und Weise im Geburtshaus selbstbestimmt zur Welt kommen darf. Geschockt, aber erstaunlich gefasst fragte ich, ob denn die Kleine in unmittelbarer Lebensgefahr ist, dass ein Kaiserschnitt sofort nötig sei. «Wir können nicht sagen, wie sich ihr Baby weiterentwickelt oder wie lange es noch im Bauch lebt», war die Antwort der Ärzte. Intuitiv und bestimmt teilte ich den Anwesenden mit, dass ich zuerst eine Nacht darüber schlafen möchte.
Die Situation war alles andere als entspannt. Zu Hause suchte ich Kraft im Wald und in der Verbindung mit meinem ungeborenen Kind, der göttlichen Weisheit und meinem Urvertrauen. Da ich mich schon seit 2010, als mein Grossvater und Steve Lee gestorben sind, mit dem Tod auseinandergesetzt habe, war mir mittlerweile bekannt, dass es Seelenpläne gibt und wir Individuen damit auch vorgängig einverstanden sind. Zudem bin ich überzeugt, dass jede auferlegte Lebensprüfung die Chance für inneres Wachstum und spirituelle Reifung bietet. Die Frage ist immer, wie gehen wir damit um?
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Stephanie A. Salihovic versteht sich mit dem Künstlernamen AnimaSana, was heile(nde) Seele bedeutet, als Mut-Macherin für Persönlichkeitsentfaltung und Selbstheilung. Sie setzt sich für eine globale Bildungsfreiheit ein. Das Buch über die Erfahrung sowie viele Erkenntnisse durch Aminas kurzes Erdenleben wird voraussichtlich 2026 erscheinen.
sinnvolleslernen.ch
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