Selbstermächtigung
Deine Entscheidung für dich
Selbstermächtigung ist ein mächtiges Wort – nicht nur, weil die Macht in ihm steckt, sondern auch das Selbst. Du selbst entscheidest, wenn du selbstermächtigt bist – und nur du selbst kannst die Selbstermächtigung in dir wecken.Selbst-er-mächt-igung – lass dir das einmal auf der Zunge zergehen! Das Wort ist stark, die Energie, die hierbei mitschwingt, gigantisch.
Viele teilen die Menschheit in zwei Teile: in Opfer und Täter. Dazwischen gibt’s zweifelsfrei Graustufen – mal ist jemand Opfer, mal Täter, zuweilen auch Helfer, eine dritte Kategorie. Ich bin überzeugt: Opfer und Täter können nicht in der Selbstermächtigung leben (und wenn das Helfen in ein Helfersyndrom ausartet, auch diese Menschen nicht). Denn wer in ihr, in der Selbstermächtigung, lebt, wird nicht zum Opfer oder zum Täter.
Was ist Täterschaft? Ein Täter ist der, der anderen Leid zufügt – sei es, dass er narzisstisch agiert und in seinem direkten Umfeld emotionales Chaos verbreitet, oder dass er tatsächlich körperlich zum Täter wird wie Regierungschefs, die ihre Landsleute in den Krieg schicken, oder auch Soldaten, die ihre Waffe tatsächlich gegen andere Soldaten erheben; zwei Täter, die sich gegenüberstehen.
Und was ist Opferhaltung? Einem Opfer wird Leid zugefügt. Vielleicht hatte das Opfer eine schlimme Kindheit und nach wie vor zieht es diesen Menschen zu Partnern, die ihn wie Dreck behandeln. Opfer können auch gefühlte Opfer sein: Aufgrund der Umstände geht es diesem Menschen schlecht, die Umstände werden zum Täter für das Opfer.
Der Helfer kann schnell zum Opfer werden, wie oben bereits angeklungen ist. Er nennt sich selbst gerne «Idealist» und unterstützt, wo er kann: finanziell, mit Hand und mit Herz – bis er ausgebrannt ist.
Es gibt viele Formen von Täterschaft und Opferhaltung. Weder das eine noch das andere jedoch lässt uns im Leben voranschreiten. Denn es schwingen mehr mit als nur Gedanken, Gefühle und Handlungen: Es schwingen auch Energien mit, die das bestätigen, was wir glauben zu sein. Ein Mensch, der tief in der Opferhaltung steckt, wird immer Umstände und Menschen anziehen, die ihn darin halten – Täter, sozusagen. Und nun wird’s spannend: Viele Täter empfinden sich selbst als Opfer. Die Umstände oder andere Menschen sind Schuld (etwa der Mann, der seine Frau schlägt: «Warum musst du dich so verhalten? Du zwingst mich dazu, dich zu schlagen!» Oder der Staatenlenker, der sein Land angegriffen sieht und «vorsichtshalber» und «präventiv» einen «Verteidigungskrieg» beginnt). Aus Tätersicht ist man selbst Opfer – aus Opfersicht ebenfalls.
Und was ist nun Selbstermächtigung?
Selbstermächtigung ist eine bewusste Entscheidung: Ich bin weder Opfer noch Täter. Sicher, ich war beides schon im Leben, aber ich bin es nicht mehr. – Es beginnt also damit, anzuerkennen, dass jeder in diesem Leben – von anderen Inkarnationen wollen wir an dieser Stelle noch gar nicht sprechen – bereits Täter und Opfer war. Da war der Expartner, unter dem wir gelitten haben – Opferhaltung. Da war unser Hund, den wir aus unserer menschlichen Wut heraus angeschrien haben, weil er ins Haus gepinkelt (pardon …) hat, weil wir den Moment verpasst haben, in dem wir mit ihm herausgehen sollten – Täter. Da war die Freundin, die wir belogen haben – Täter. Da war die Freundin, die uns angelogen hat – Opfer. Eine Bewusstmachung und ein Anerkennen der Tatsache, dass wir beides in diesem Leben schon waren – Täter wie Opfer –, ist ein erster Schritt in die Selbstermächtigung.
Ein zweiter Schritt ist die Entscheidung, beides nicht mehr sein zu wollen. Sondern stattdessen in die Selbstermächtigung zu gehen. Es ist ein altes universelles Gesetz, dass ich mir die Umstände schaffe, die in meinem Geist vorherrschen – ich sprach bereits über diese Energien. Ein oft wütender Mensch, der bisher eher als Täter gesehen wurde, darf sich genauso mit diesen eigenen Schatten auseinandersetzen wie ein devoter Mensch, der bislang eher als Opfer gesehen wurde. Und auch die Gruppe der Helfer darf sich darüber Gedanken machen: Alles ist Energie. Wenn ich helfe, ohne etwas dafür zurück zu wollen, fehlt es an einem energetischen Ausgleich – es entsteht eine Unausgewogenheit. Natürlich: In einer Freundschaft oder funktionierenden Partnerschaft macht man Dinge für den anderen, ohne etwas dafür zu verlangen – bedingungslos. Dennoch kommt etwas zurück: die Freundschaft, die Liebe – und geht es einem schlecht, ist der andere auch für einen da, das ist der energetische Ausgleich. Auf der materiellen Ebene aber dürfen sich auch Menschen, die sich als Idealisten bezeichnen und Leistung ohne Bezahlung geben, darüber klar werden, dass hier ein energetisches Ungleichgewicht besteht. Also nehme ich etwas für meine Leistung – sei es Geld, etwas, was der andere für mich tun kann, oder auch ein mit Liebe gebackener Kuchen, wenn alles andere nicht geht. So funktioniert der Energieausgleich und der Helfer brennt nicht aus.
Deine Entscheidung zur Selbstermächtigung
Triff deine Entscheidung zur Selbstermächtigung ganz bewusst: Ich gehe jetzt in die Selbstermächtigung! Wenn du als wütend-temperamentvoller Mensch nun Situationen erlebst, in denen du im Täterdasein (oder als Opfer der Umstände) sonst um dich geschlagen hättest – verbal oder körperlich –, gehe in dich. Nimm dir ein Kissen, schreie hinein und schlage, wenn es körperlich sein soll, auf das Kissen ein, gehe raus in die Natur und lass deine Wut beim Laufen abfliessen – mache etwas, was deine wütende Energie in konstruktive wandelt, ohne dein Wutgefühl zu unterdrücken, denn Wut ist gesund, wir dürfen sie durchleben. Die Entscheidung ist jedoch: Was machst du mit deiner Wut?
Als devoter, zurückhaltender Mensch fällt es dir vielleicht schwer, überhaupt an Selbstermächtigung zu glauben. Aber auch hier liegt die Entscheidung bei dir: Bleibst du in deiner Opfer-Energie, um immer dasselbe anzuziehen wie jetzt? Oder stehst du für dich selbst ein und beginnst, erste Grenzen zu setzen? Dasselbe gilt für Helfer: Hilf dem anderen, aber denke über einen energetischen Ausgleich nach – in einer Form, die dir guttut.
All dies lässt sich hervorragend in kleinen Situationen üben. Ein Kollege lädt dir noch mehr Arbeit auf, obwohl du schon genug zu tun oder bereits Feierabend hast? Übe ein Nein. Oder ein Familienmitglied setzt sich da hin, wo du am liebsten sitzt? Übe ein Nein. Der Support eines Unternehmens, von dem du jetzt dringend eine Lösung brauchst, bringt dich auf die Palme? Schrei in dein Kissen oder geh joggen. Deine alte Schulfreundin braucht deine Profession, aber bezahlen kann sie dich gerade nicht? Überlege dir einen energetischen Ausgleich, sodass ihr beide mit Feuereifer bei der Sache seid.
Hast du dich für deine Selbstermächtigung entschieden, darfst du dieselben Gefühle haben wie in der Opfer-, Helfer- oder Täterhaltung – du gehst nur anders mit ihnen um, konstruktiver. Und irgendwann kommt der Punkt, an dem dich dieselben Situationen nicht mehr so aus der Bahn werfen wie jetzt. Weil du die Entscheidung getroffen hast, dich selbst zu ermächtigen. Und wenn du diesen Punkt erreicht hast, ziehst du Situationen, Menschen und Umstände in dein Leben, die besser mit dir resonieren als die bisherigen. Du wirst dich mit der Zeit freier fühlen – selbst-er-mächt-igter. Selbstermächtigung ist eine Entscheidung: für dich, für dein Leben und für die Selbstliebe.
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Emmie Wellbrock arbeitet mit der geistigen Welt als Humanenergetikerin und Schreibmedium. Damit unterstützt sie ihre Klienten bei kleinen und grossen Fragen ihres Alltags und dabei, sich wieder an das zu erinnern, warum sie hier sind: ihr Leben zu lieben.
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