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Heilung durch Frequenzen?

«Ich bin auf deiner Wellenlänge» – das ist ja einer dieser Sprüche, die etwas ausdrücken, was man fühlt, aber gar nicht so genau beschreiben kann. Frequenzen, Schwingungen; umgeben uns Tag und Nacht, überall. Und manchmal werden sie sichtbar. Etwa in einer Massageliege, die in einer Praxis in Eberswalde steht. Keine normale Massageliege, sondern eine Liege für Klangtherapie. Der Therapeut hat sie selbst gebaut – an der Unterseite befinden sich Saiten, die gezupft werden, und deren Schwingungen sich dann direkt in den Körper des darauf Liegenden übertragen. Ein Klangerlebnis, das man am besten selber erspürt.

Eine Ärztin, die auf Frequenztherapie setzt, ist auch Heidrun Wittwer aus Haselbach. Sie behandelt in den Bereichen Homöopathie, Vitalfeldtherapie und Lichtkinesiologie. «Deutschland ist ein medizinisches Entwicklungsland», sagt sie mit Bestimmtheit am Telefon. Das klingt drastisch, ist aber aus ihrer Sicht die ungeschminkte Wahrheit. Sie führt dies in einem Gespräch, das fast eine Stunde dauert, aus, und lässt dabei kein gutes Haar an den Leistungen, die Krankenkassen bezahlen. Auf das meiste könnte man gut verzichten. «In Russland ist man mit dieser Heilungsmethode schon viel weiter, dort praktizieren viele Ärzte mit Frequenzen, sagt sie. Ihrer Meinung nach ist es die Medizin der Zukunft. «Für mich ist es eine unterdrückte Therapiemöglichkeit», sagt Wittwer. Und das beste: sie kostet fast nichts, ausser dem Wissen, wie man sie richtig anwendet. Nebenwirkungsfrei.

Dann kommt sie auf die Bienen, die beim Summen auch bestimmte Frequenzen ausstossen, nämlich zwischen 100 und 600 Hertz. Damit kommunizieren sie und zeigen Gefahren. Aus dem Bienensummen entwickelte das Yoga nach Bhramari Pranayama eine sogenannte «Bienen-Atmung». Dabei muss man so lange wie möglich entspannt ausatmen und dabei summen. Der Effekt: eine verbesserte Herzrate, eine verbesserte Pulsfrequenz, Sinken des Bluthochdrucks, verbessertes Selbstvertrauen, um nur einiges zu nennen. «Auch Nahrungsergänzungsmittel können einschwingen, sie wirken nicht nur biochemisch, sondern auch elektrisch», klärt Wittwer auf.

Frequenzen umgeben uns überall

Selbst das Katzenschnurren hat eine bestimmte Frequenz, selbst die Erde schwingt in einer bestimmten Frequenz. Die hat sich in letzter Zeit verändert. Lange Zeit waren es 7,83 Hertz, eine ultraniederfrequente Welle, die auch Schumann-Frequenz genannt wird. Diese Frequenz spielt eine wichtige Rolle im Erdmagnetfeld und scheint auch tiefgreifende Auswirkungen auf das menschliche Wohlbefinden zu haben.

«Die vier Schumannfrequenzen, auch Schumannresonanzen genannt, zeigen in letzter Zeit zunehmend Störungen und Schwankungen in Amplitude und Frequenz», so Wittwer. Die Erklärung, woran dies genau liegt, würde an dieser Stelle aber zu weit führen.

Wenn man auf Spotify schaut, kann man dort eine grosse Zahl von Stücken finden, die in bestimmten Frequenzen gespielt sind. «Deep Healing» auf 432 Hz, «Heart Chakra» auf 639 Hz, «positive energy» auf 528 Hz, «Stress relief» auf 741 Hz, und so weiter. Das sei schon ein regelrechter Hype, meint Wittwer, rät aber gleichzeitig davon ab, sich von solchen «Liedern» auf digitaler Basis etwas zu erhoffen. Es könne im Zweifel sogar schaden, sich diese Stücke anzuhören, denn man wisse nicht genau, was diese «Musik» anrichtet.

Was die meisten auch nicht bedenken: wissenschaftlich wird ja das Hören von Tönen als auditive Wahrnehmung bezeichnet, Farben gehören dagegen zur visuellen Wahrnehmung. Doch in beiden Fällen handelt es sich um Schwingungen. Und die Koordination dieser beiden Wellenformen findet beim Mensch im Gehirn statt. Und jetzt kommt es: das Gehirn ist so schlau, dies, wenn Ohr oder Auge schwächer werden, auszugleichen oder im besten Fall sogar zu kompensieren!

Dass die Medizin einmal von Frequenzen dominiert sein wird, hatte schon Albert Einstein vorausgesagt. Methoden wie Röntgenstrahlen, Computertomographie oder Bestrahlung zur Krebsbekämpfung sind heute Standard. Jetzt ist man dabei, mit spezifischen Frequenzen die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren. Der Filmemacher Anthony Chene hat gerade zu diesem Thema einen Dokumentarfilm produziert, er nennt sich «Healing Vibrations». Darin kommen sechs Experten zu Wort, die das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln kommentieren. Unter anderem ein Archäologe, der klang-geformte Hieroglyphen in einer ägyptischen Krypta fand. Ein anderer Experte ist Lloyd Burrell, der sich als Physiker mit den Wirkungen von Strahlung wie Handystrahlung und W-LAN, beschäftigt. «Energie kann richtig benutzt werden», sagt Burrell, und fügt an, dass es viel Falschinformation beim Thema Strahlung und Gesundheit gebe.

Eine relativ weit verbreitete Heilmethode ist die Bioresonanz. Der Forscher Albert Popp fand heraus, dass Zellen Licht abstrahlen. Dies ist möglicherweise ein weiterer Weg der Zellkommunikation. Wenn alles schwingt, dann sollte es ohne weiteres möglich sein, dass eine Schwingung eine andere beeinflussen kann. Hier setzt die Resonanztherapie ein. Dass der menschliche Körper Strom produziert und ein durch und durch elektrisches Wesen ist, machte sich die Medizin schon lange zu Nutze. Bereits 1886 wurde Feinstrom zur Therapie von Krankheiten genutzt. So entstand die Bioresonanz, die auch heute noch in Naturheilpraxen eingesetzt wird. Auch Doktor Wittwer nutzt die NLS-Diagnose (nicht-lineare Diagnostik), um eine Therapie für ihre Patienten zu finden.

Eine vieldiskutierte Frage in esoterischen Kreisen ist die Frage, welche Musik für das menschliche Gehör besser ist: in 440Hz oder in 432 Hz? 1939 wurde festgelegt, dass der gültige Normalstimmton A auf eine Frequenz von 440 Hz festzulegen ist. Wobei es jedem Musiker freigestellt ist, eine andere Frequenz zu verwenden. In vielen Orchestern werden die Instrumente aber noch höher gestimmt, in New York wurde zeitweise die Frequenz von 450 Hz als Standard definiert, um die Instrumente brillianter klingen zu lassen. Wenn der Kammerton A aber mit 432 Schwingungen pro Sekunde klingt, macht dies technische, sichtbare und hörbare Unterschiede. Einige Menschen sagen, für sie klingt Musik, die auf 432 Hz gestimmt ist, angenehmer, sie erzeuge ein Inneres Berührtsein. Dies ist aber subjektiv, jeder nimmt es anders wahr. Selbst für Experten ist diese Frage nicht leicht zu beantworten. «Mit meiner Expertise fühle ich mich zu einer Antwort darauf nicht berufen», antwortet etwa Professor Thorsten Weigelt, Tonmeister und Dozent an der Hochschule der Künste in Berlin, auf Anfrage.

Eine Studie der Universität Florenz untersuchte die Einflüsse von 432 Hz-Musik auf die Angstwahrnehmung während einer Zahnwurzel-Behandlung. Die Ergebnisse sprachen allesamt für diese Art von Musik – sie hatte einen positiven, beruhigenden Einfluss auf das Angstempfinden.

Eine gute Einführung in die Welt der Frequenz ist das Buch «Heilsame Frequenzen» von Haus Cousto und Thomas Künne. Es beschreibt, wie kosmische Rhythmen für menschliche Sinne wahrnehmbar werden. Die Erdentöne, die Mondtöne und die Planetentöne haben zahlreiche Musiker und Komponisten angeregt, spezielle planetare Musik zu kreieren, sagt Hans Cousto. Diese Musik eignet sich besonders zur Meditation, beim Anhören kann man sich leicht in den Lauf der Dinge einschwingen. Und hier kommt es auch zur Heilung: denn das In-Resonanz-Sein mit den kosmischen Gesetzen und Schwingungen ist die Grundbedingung für das Aktivieren innerer Heilungsprozesse. Schon Rudolf Steiner sagte: «Studieren Sie die Rhythmen, Rhythmus trägt Leben.» Und auch für Goethe war die Sphärenharmonie nicht nur ein kosmologisches Modell, sondern auch ein Ausdruck der Einheit von Natur und Mensch.

Wie alles sich zum Ganzen webt,
eins in dem andern wirkt und lebt!
Wie Himmelskräfte auf- und niedersteigen
Und sich die goldnen Eimer reichen!
Mit segenduftenden Schwingen
Vom Himmel durch die Erde dringen,
harmonisch all das All durchklingen.
Welch Schauspiel! Aber ach!
Ein Schauspiel nur! Wo fass ich dich,
unendliche Natur?
Johann Wolfgang von Goethe, «Faust»


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