Wo das Glück verborgen liegt
Während ab 2020 ein Grossteil der Welt verrückt spielt, die Grünen nach Waffen für den Frieden rufen, die Linken den Ungeimpften die Intensivbetten verwehren wollen und die Kirche sich an der mediengemachten Spaltung beteiligt, hat auf einem kleinen Flecken Erde eine Gruppe von Gleichgesinnten den «Glück-Hof Baldegg Baden» aufgebaut.
Aus der Vision heraus, etwas Gutes für Mensch und Natur zu tun, entstand ein einzigartiger Bio- und Lebenshof. Seine drei tragenden Pfeiler sind die Verbindung zur Natur, die Verbindung zu sich selber und die Verbindung zu den anderen. Diese Werte stehen in so starkem Gegensatz zu dem, was in unserer gespaltenen, kriegsfreudigen und angstbesetzten Gesellschaft vorherrscht, dass sich ein genauerer Blick auf dieses mutige Projekt in der Region Baden-Wettingen im Kanton Aargau lohnt.
Hofbesitzerin Doris Kohler, ihre Tochter Sandra und der Bruttonationalglück-Praktiker Andreas Schärer starteten das Projekt 2022. Mit im Boot: die beiden Esel Lui und Edi sowie die Hühner, Laufenten, Ziegen und Schafe, die mittlerweile auch auf dem Hof leben. Sie alle sind keine Nutztiere, die am Ende für den Verzehr geschlachtet werden, sondern Teil einer Gemeinschaft, die stetig wächst. Seit Januar 2023 werden der Hof und das Land von der Glück-Hof Betriebs GmbH gepachtet. Im Frühling 2023 wurde das Projekt durch die Genossenschaft Glück-Hof erweitert.
Hier wird regenerative Landwirtschaft im Einklang mit Mensch, Tier und Natur gelebt. Auf 28 Hektaren Land werden nach der Philosophie der Permakultur Gemüse, Getreide und Früchte angebaut. Menschen aus unterschiedlichen Lebensbereichen und Berufsgattungen treffen auf dem Glück-Hof zusammen, um mitanzupacken. Sie alle teilen ein Verständnis für die nachhaltige und naturschonende Produktion gesunder Nahrungsmittel. Der Glück-Hof führt ausserdem Schulungen und Workshops zum Thema Permakultur und regenerative Landwirtschaft sowie Führungen für Schulklassen und Ferienkurse für Kinder durch. Auch Teamanlässe für Firmen erfreuen sich immer grösserer Beliebtheit.
Ein Ort geprägt von Liebe, Freude und Inspiration
Die Baldegg ist ein beliebtes Naherholungsgebiet für die Menschen in der Region. Es ist ein Hügelzug mit Weingütern, Höfen und einem Restaurant auf dem höchsten Punkt, wo Spaziergänger, Pfadfinder, Biker und Velofahrer zusammenfinden, um den Blick in die fernen Zentralschweizer Berge schweifen zu lassen. Dort oben, wo der Blick weiter und der Atem ruhiger wird, befindet sich versteckt hinter einer Anhöhe der Glück-Hof. Ein Holzschild weist den etwa 15-minütigen Fussweg von der Bushaltestelle Baldegg entlang des Waldes bis zum Hof mit dem vierblättrigen Kleeblatt.
Als Erstes fällt der liebevoll gezimmerte Hofwagen auf, in dem selbst hergestellte Produkte wie Kräutersalz, Tomatensaucen und Quittenmarmeladen bezogen werden können. Für eine Kaffeepause gibt es im Winter eingebaute Sitzgelegenheiten im Wagen und im Sommer ein lauschiges Plätzchen draussen unter einem Zeltdach. Gleich daneben hausen die Schafe unter den Quittenbäumen. Es ist eine friedliche Stimmung an diesem Ort, der geprägt ist von Liebe, Freude, Inspiration, vom Bewusstsein über den ganzheitlichen Wohlstand aller Wesen. Wo man hinsieht, scheint tatsächlich alles mit liebevoller Rücksicht und Sorgfalt angegangen zu werden: Von der Pflege der Tiere über die Bestellung der Felder bis hin zur Ernte und Verarbeitung von Gemüse und Kräutern. Nahrungsmittel wie Brote, Pasta, Kekse, Kräcker, Haferflocken, pflanzliche Aufstriche und Kräutertees erfreuen sich einer wachsenden Beliebtheit auf dem Wochenmarkt in Baden.
Ganz im Sinne der ursprünglichen Vision entwickelt sich der Glück-Hof flexibel: Menschen kommen und gehen, alte Projekte werden angepasst oder abgeschlossen, wenn die Zeit nach neuen Ideen verlangt, man ist offen für frische Ansätze. Es gibt verschiedene kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen oder Konzerte, gemeinsame Meditationen oder soziale Projekte wie die Ferienkurse für die Jüngsten. Statt scrollen am Bildschirm wird in diesen Wochen mit Naturmaterial gebastelt, barfuss Sauerkraut gestampft, Gemüse verarbeitet und Wissen vermittelt, das für die nachkommende Generation so wichtig ist: das Wissen über ökologische Kreisläufe, die Achtung vor unserem Heimatplaneten, die Rücksicht gegenüber der Natur und ihren fragilen Schätzen.
Echte Nachhaltigkeit im Einklang mit der Natur
Trotz der Haupteinnahmen aus den Gemüseabos, den Tierpatenschaften und den Verkäufen am Markt ist das Projekt auf finanzielle Unterstützung von Privatpersonen angewiesen. So wichtig diese Arbeit für uns alle auch ist, haben es solche Projekte trotzdem oft schwer, überhaupt zu bestehen. Während Milliardenkonzerne wie Glencore, Nestlé oder Holcim, welche die Natur und die Menschen in einer beispiellosen Weise ausbeuten, von Steuerbefreiungen profitieren, müssen kleine Betriebe wie der Glück-Hof jedes Jahr hoffen, genügend finanzielle Mittel zusammenzubekommen. In einer Zeit, in der überall von Nachhaltigkeit und Klimakrise geredet wird, in der Elektroautos und urbanes Gärtnern en vogue sind und über CO2-Abgasbussen gesprochen wird, bekommen Betriebe, die sich tatsächlich einer nachhaltigen und ökologischen Landwirtschaft verschrieben haben, kaum Aufmerksamkeit. Ganz zu schweigen von staatlicher finanzieller Unterstützung. Daran hat leider auch die Corona-Zeit nichts geändert, in der viele Menschen von den Grosshändlern auf Hofläden umgestiegen sind. Die Chance auf ein Umdenken in der Gesellschaft ging inmitten der Flut von neuen Onlinehändlern unter. Statt regional, biologisch und saisonal einzukaufen und so eine ökologische und tierfreundliche Landwirtschaft zu unterstützen, boomen Anbieter wie Foodora und TEMU.
Umso wichtiger ist es, Projekte wie den Glück-Hof und die mutigen Menschen dahinter mehr ins Rampenlicht zu rücken. Und Mut braucht es, um in einer von TikTok- Trends indoktrinierten, All-you-can-eat- und 24/7-Konsumgesellschaft einen Hof des Glücks ins Leben zu rufen. Statt noch mehr Barbershops und Nagelstudios braucht es mehr solcher Projekte, die den Menschen als Teil der Natur und der Tierwelt verstehen. Welche die Gemeinschaft fördern, das Miteinander und Füreinander, statt das Gegeneinander. Die Hoffnung liegt auf den Menschen, welche solche Projekte ins Leben rufen und auf jenen, die mit ihrer Hilfe, Tatkraft und ihrem Kaufverhalten das Bestehen dieser Unternehmen unterstützen.
In diesem bescheidenen Kosmos auf 600 Meter Höhe wird im Kleinen gelebt, was im Grossen vielerorts verloren gegangen ist: Ein respektvolles, achtsames Miteinander. Das Leben im Einklang mit der Natur. Die Begegnung mit allen Lebewesen auf Augenhöhe. Die Auseinandersetzung mit sich selber als Teil eines grossen Ganzen. Sich mit anderen austauschen, einander inspirieren und unterstützen. Das ist es, was wir Erdenbürger brauchen. Nicht Kriege, Ausbeutung und Machtspiele. Gerade in so unsicheren und stürmischen Zeiten sind solche Lebens- und Arbeitsorte so wertvoll, führen sie uns doch vor Augen, was wirklich wichtig ist im Leben: Gesunde Nahrung für Körper und Geist, draussen sein, Bewegung, die Gemeinschaft mit Gleichgesinnten und dem Gefühl von Sinnhaftigkeit.
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Der Förderverein Glück-Hof Baldegg Baden generiert finanzielle Mittel für die Erhaltung und Weiterentwicklung des Projektes:
Freie Gemeinschaftsbank
CH89 0839 2000 1600 2530 3
Förderverein Glück-Hof Baldegg Baden
Baldegg 5, 5400 Baden
Betreff: «Glück-Hof»
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Alma Pfeifer ist Mutter zweier Kinder und engagiert sich seit 16 Jahren als Lehrerin. Daneben arbeitet die ausgebildete Paar- und Familienberaterin als freischaffende Journalistin und Autorin für verschiedene Zeitschriften.
almapfeifer.ch
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