Der falsche Skandal um Patrick Fischer
Das SRF stilisiert den Fall um den Ex-Trainer der Schweizer Eishockey-Nati, Patrick Fischer, wochenlang hoch – und verschweigt den eigentlichen Skandal nahezu komplett.
Wohl noch nie gab es so viele Fake News seitens Politik und Medien wie während der Corona-Krise. Auf der Basis realitätsfremder Modellierungen und entsprechender Angstmacherei wurden Logik und Grundrechte geopfert, eine totalitäre Massenformation gedieh.
Der Fall um Patrick Fischer, den Ex-Trainer der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft, verdeutlicht, dass der moralistische Medienmob längst die Deutungshoheit übernommen hat. Eine interne Fürsprache des Starspielers und Captains Roman Josi, ebenso mehrere Petitionen (unter anderem «Nati-Coach» mit fast 250’000 Unterstützern), die sich für Fischer als Trainer der Nati an der Heim-WM im Mai aussprechen, die Erfolge der vergangenen zehn Jahre: Der Schweizer Eishockey-Verband bläst all dies in den Wind, obwohl er Fischer zunächst noch den Rücken gestärkt hatte – bis alle kalte Füsse bekamen: Werbepartner, Swiss Olympic, der Verbandsvorstand. Letzterer knickte aufgrund des Drucks ein, war unter anderem auf srf.ch zu lesen – so als wäre man blosser Beobachter und nicht auch Auslöser der ganzen Kampagne.
Fischer hatte seine Strafe für die Nutzung eines falschen Covid-Zertifikats an den Olympischen Spielen 2022 längst abgeleistet und sich öffentlich entschuldigt. Aber die Empörungsspirale der medialen Inquisitoren kennt keine Grenzen mehr, bis auch vom geltenden Rechtsverständnis nichts mehr übrigbleibt. Selbst nach zwei Wochen bemüssigt SRF noch den «Club» am Dienstagabend zum Thema.
SRF plustert den Fall zur «Causa Fischer» hoch und will ihn als Recherche verkaufen. In Wirklichkeit hatte Fischer die Nutzung seines Zertifikats bloss bei einem Gespräch mit dem SRF-Journalisten Pascal Schmitz «off the record» angesprochen. Vertrauensbruch wird von SRF zur Enthüllung umgedeutet. Doch Schmitz ist durch sein Petzen selbst aufgeflogen: Die Weltwoche fand in seinem Facebook-Profil ausfällige Äusserungen, die er in der Vergangenheit getätigt hat, darunter rassistische Beleidigungen.
Krasse Ungleichbehandlung
Das eigentliche Problem liegt darin, wie ungleich das SRF die Phänomene Fischer und Covid-Impfverträge des Bundes behandelt. Denn beinahe gleichzeitig zum Fall Fischer musste der Bund aufgrund eines Urteils des Bundesverwaltungsgerichts die Beschaffungsverträge der Covid-«Impfstoffe» mit Moderna und Novavax vollständig veröffentlichen. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hatte sich jahrelang beharrlich der Transparenz verweigert und stellt die «Impfung» auf seiner Website weiterhin als «sicher» und «wirksam» dar. Andrea Staubli, Juristin beim Aktionsbündnis Freie Schweiz (ABF), bezeichnet dies als «Skandal». Und nur ein paar Klicks weiter auf der BAG-Website folgt die Rubrik für Entschädigungsforderungen von Impfschäden.
Kürzlich ist ein zweiteiliger Podcast der Eidgenössisch-Demokratischen Union (EDU) (Folge 1; Folge 2) mit zwei Impfopfern erschienen, die schildern, wie schwierig ihr Alltag geworden ist und wie mühsam ihr Kampf um die Anerkennung ihrer Schäden ist. Wer erinnert sich noch an die BAG-Kampagnen unter dem Motto «So schützen wir uns», etwa das Plakat «… ein Herz für uns alle?» mit dem Pflaster in Herzform und dem grünen Haken? Sich als Bevölkerungshirte aufspielen, aber Beschaffungsverträge in den Dunkelkammern verschwinden lassen wollen – das passt nicht zusammen.
Allerdings passt es zum Sittenbild von BAG und Medien, dass BAG-Direktorin Anne Lévy, neben dem Ex-Armeechef Thomas Süssli eine Unterzeichnerin der Verträge, gegen Fischer den Finger belehrend erheben durfte, etwa beim Blick oder bei Watson – beides Medien, die während Corona als Regierungslautsprecher agierten. Sie pflegen nach wie vor den gleichen Zynismus wie damals im kollektiven Covid-Wahn. Keinerlei Konsequenzen für die Massenhetze und Nötigung der Bevölkerung, keinerlei Entschuldigungen oder Rücktritte – im Gegensatz zu Fischer.
Der eigentliche Skandal
Laut einer Mitteilung des ABF anlässlich einer Medienkonferenz am 21. April in Bern enthielt keiner der «Impfstoff»-Verträge irgendwelche Verpflichtungen für die Hersteller, ein wirksames oder sicheres Produkt abzuliefern. Im Gegenteil: Sie wurden von der Haftung befreit, womit das Risiko komplett auf Bevölkerung und Staat überging. Nichtsdestotrotz behauptet das BAG, es sei um den Schutz der Gesundheit gegangen. SVP-Nationalrat und Jurist Rémy Wyssmann, der an der Offenlegung beteiligt war, sprach von einem «grobfahrlässigen Umgang mit Gesundheit und Steuergeld in Milliardenhöhe». Er fordert die Offenlegung auch der anderen Verträge mit Impfstoffherstellern.
ABF macht klar, dass sich öffentliches Handeln auch in Krisensituationen auf einem erwiesenen Handlungsbedarf und auf Verhältnismässigkeit stützen müsse. Spätestens beim Zeitpunkt der Beschaffung sei die Annahme einer lebensbedrohlichen Pandemie für die gesamte Bevölkerung falsch gewesen: «95% der an Covid-19 Verstorbenen waren über 65 oder vorerkrankte Menschen. Nur dank einer solchen falschen Annahme konnte diese extrem einseitige vertragliche Regelung gerechtfertigt werden.»
Kritik äussert das ABF auch am Bundesrat. Es bezichtigt ihn, die Bevölkerung «durch Vortäuschen falscher Sicherheit, Wirksamkeit und Notwendigkeit – insbesondere zur Tatsache des experimentellen Charakters der Covid-Präparate – wider besseres Wissen in die Irre» geführt zu haben, obschon die Hersteller nie für Sicherheit und Wirksamkeit garantiert hätten.
Vor diesem Hintergrund spielt sich die öffentliche Kreuzigung eines Nationaltrainers ab. Fischer wird fertiggemacht, von all jenen Covid-Apologeten, die wieder aus den Löchern der Besserwisserei kriechen und sich doch nur als Unbelehrbare mit einem von Anfang an mangelnden Kenntnisstand entblössen. Und wie sieht es mit der Kritik von SRF an den Impfverträgen aus? Ansatzpunkte gäbe es unzählige: Haftungsbefreiung für die Hersteller oder die Milliarden an Steuerfranken in die Taschen von Big Pharma für «Impfstoffe», die millionenfach überzählig waren.
Es sei daran erinnert, dass sich das SRF weigert, über die Protokolle des deutschen Robert Koch-Instituts (RKI) zu berichten, die ein ganz anderes Licht auf die Pandemiepolitik werfen als öffentlich dargestellt. Die unterlassene Berichterstattung führte zu einer Rüge seitens der Unabhängigen Beschwerdeinstanz UBI. Der Fall liegt gegenwärtig ebenfalls beim Bundesgericht.
Das SRF: ein braver Apportier
Das Onlineportal SRF.ch äusserte nicht mehr als unbedingt nötig. Etwa, dass die Schweiz zu viel an die Pharmaindustrie bezahlt habe, aber eben, es sei halt eine Ausnahmesituation gewesen und weitere bekannte Floskeln. Die einseitige Machtasymmetrie zugunsten der Hersteller wird heruntergespielt. In einem Artikel wird eher mehr als weniger die Haltung des BAG wiedergegeben. Immer wieder wird die Ausnahme als Argument missbraucht, sich über bestehende Regelungen hinwegzusetzen. Bei der Wissenschaftsredaktion ist der Ton ähnlich: «Die Nebenwirkungen der Covid-Impfung bewegen sich in einem ähnlichen Rahmen wie bei anderen Impfungen.»
Man muss von einem «unabhängigen» Sender im Dienst der Öffentlichkeit mehr erwarten dürfen, als einfach ein Ziel der Regierung ironiefrei zu verteidigen, das darin bestand, «dass sich so viele Menschen so rasch wie möglich impfen».
Swissinfo, das internationale Schwesterportal von SRF, begnügt sich damit, eine Agenturmeldung von Keystone-SDA zu übernehmen. Anne Lévy darf sich erneut pausenlos selbst über den grünen Klee loben: «Stellen Sie sich vor, wir hätten auf den falschen [Impfstoff] gesetzt oder zu wenig bestellt!»
Die «Tagesschau» von SRF berichtete am 21. April über die Medienkonferenz des ABF während einer knappen Minute (Minute 6:34) und dabei über die Problematik der Haftungsbefreiung und die formulierten politischen Forderungen. Der Bund weise die Kritik der Juristen zurück. Knapp zusammengefasst, sachlich. Mehr nicht, doch immerhin.
Die vollständig unterlassene Berichterstattung über die RKI-Protokolle als auch die grossmehrheitliche Verdrängung der Covid-Impfverträge zeugen von einem uneinsichtigen und einseitigen Verhalten des zwangsgebührenfinanzierten Senders. Denn mit dem heutigen Kenntnisstand liesse sich rückblickend das Verhalten von Patrick Fischer anders beurteilen. SRF beweist, dass es nach wie vor in einem staatlich verordneten Narrativ feststeckt, das sich längst überholt hat und heute bestenfalls als Realsatire taugt. Propaganda schlägt hier nach wie vor Fakten, obschon SRF sich kürzlich im Abstimmungskampf rund um die Kürzung der Zwangsgebühren gerne als Bollwerk «gegen Fake News» inszenierte.
Hinweis: Die Medienkonferenz des ABF vom 21. April in Bern mit den Rechtsanwälten Andrea Staubli, Philipp Kruse und Rémy Wyssmann wurde von Hoch2 übertragen.
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Bildquelle: Patrick Fischer, Mädy Georgusis Photography
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