NaturSchule Uri

Vom Hochsitz aus schaue ich Schulkindern im Wald zu. Erst ist mir nicht klar, ob sie spielen oder lernen, bis ich merke, dass sie beides gleichzeitig tun. Es muss sich um die «NaturSchule Uri» während einer ganz normalen Schulstunde handeln.

Hier vermittelt die Schule das Wissen nicht getrennt von der Natur, sondern sie integriert es. Und zwar nicht nur an einem Tag pro Woche, sondern mehrheitlich. Noch ist es nicht soweit, aber es wird kommen. Hinten am Waldrand sehe ich eine Jurte und zwei Tipis. Ob die auch zur Naturschule gehören? Im Nebel fast verschwunden, sehe ich auch ein fahrbares Waldzimmer in einem Baustellenwagen.

Der Verein NaturSchule Uri stellte Ende 2021 dem Kanton ein Gesuch für eine solche Privatschule für Kindergarten bis und mit Oberstufe. Es wurde vom zuständigen Amt wohlwollend und befürwortend behandelt, dann aber vom Erziehungsrat abgelehnt. Wir hätten gerne alles angepasst oder ergänzt, so wie es andernorts üblich ist, aber stattdessen schickte man uns auf den teuren und zermürbenden Rechtsweg.

Unsere Einsprache wurde nach über zehn Monaten Wartezeit vom Regierungsrat abgelehnt. Dabei erhöhte er die Hürden nochmals. Die Anforderungen sind nun nahezu unerfüllbar. Es ist fraglich, ob es in der Schweiz überhaupt irgendwo eine Privatschule gäbe, wenn diese Bedingungen für alle gelten würden. Der Weg wird länger, aber wir geben nicht auf. Wir werden bereit sein, wenn die Zeit reif ist. Die Oberstufe werden wir im ersten Schritt nicht mehr anbieten. …

von Urs Thali


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