Wir glauben, wir sind aufgewacht?

Als Menschen, die sich der Wahrheit verpflichtet fühlen und sich aktiv für Gerechtigkeit einsetzen, gehören wir zu denjenigen, die sich auf den Pfad des Erwachens begeben haben. Denn wir haben die Welt mit ihrem bunten Treiben studiert und durchschaut. Wir wissen mittlerweile sehr genau, was alles falsch läuft. Wir fragen uns: «Ist das alles? Gibt es einen Weg da raus? Gibt es da vielleicht mehr?»

Mit diesen Fragen sind wir auf einem guten Weg, noch tiefer zu erwachen. Wir bemerken immer deutlicher, dass materieller Erfolg nicht die Leere in uns füllt und dass wahres Glück von innen kommen muss. Vielleicht ahnen wir, dass unser Leben einen tieferen Sinn hat und es um mehr geht als nur um Arbeiten, Essen und Hobbys, Status oder Anerkennung.

Wir gehen plötzlich lieber alleine in die Natur und wollen uns nicht mehr so sehr dem Trubel der Welt aussetzen. Wir lesen möglicherweise spirituelle Bücher, meditieren oder orientieren uns an einer Glaubensrichtung. Und durch dieses nach innen Kehren erleben wir plötzlich Glückszustände, Erholung, Frieden oder gar Synchronizitäten.

Wir gewinnen an Tiefe. Doch es geht nochmals tiefer

Möglicherweise haben wir viel esoterisches Wissen angesammelt und glauben, die wichtigsten Antworten des Lebens beantwortet zu haben. Und obwohl wir vielleicht glauben, bereits vieles zu wissen, erleuchtet oder nahe dran zu sein, spüren wir tief in uns doch eine Leere und ein Sehnen nach mehr. Wir bemerken, dass in uns selbst Grenzen existieren, welche unser Handeln beschränken oder unser Glück beschneiden.

Langsam ist der Wissensdurst unseres Verstandes gestillt. Wir sind reif für den nächsten Prozess. Erst jetzt beginnen wir allmählich, mit unserer Aufmerksamkeit tatsächlich in uns zu gehen. Wir erkennen, dass unsere emotionalen Reaktionen auf die Welt ein Spiegel unserer Innenwelt sind. Wir entdecken, dass unser Kampf und das Streben im Aussen aus unserem eigenen Kampf in unserem Inneren entstand. Wir beginnen, unsere inneren mentalen Fesseln – Glaubenssätze, Ängste und Traumata – anzuschauen und aufzulösen. Und durch dieses «Akzeptieren und Loslassen» ziehen Gelassenheit und Freiheit in uns ein. Wir wissen nun, dass es vor allem um uns selbst geht, und dass unsere innere Veränderung der Schlüssel für die Veränderung in unserem Leben und in der Welt ist.

Nun sind wir mitten im Transformationsprozess von der Raupe zum Schmetterling

Unsere Seele ist jetzt reif. Sobald wir die letzten Identifikationen mit Rollenbildern und Masken abgelegt und uns unseren grössten Ängsten mutig gestellt und sie überwunden haben, werden wir es erleben: Wir lösen uns von der Identifikation mit dem Verstand und fallen hinein in unsere wahre Natur. Nun erleben wir uns das erste Mal wirklich als einen ewigen Ausdruck des höchsten Bewusstseins, als ein Funke des «Ich bin». Wir fühlen die Verbundenheit mit der unendlichen bedingungslosen Liebe, die sich durch uns ausdrücken will. Wir erleben die Einheit allen Seins und die Verbundenheit mit allem, was ist. Wir wissen und fühlen, wer und was wir sind.

Jetzt sind wir angekommen. Und obwohl wir weiterhin die täglichen Herausforderungen in unserem Leben zu meistern haben, werden wir es ab jetzt in einem ganz anderen Gefühl und Bewusstsein leben. Denn nun sind wir keine herrschenden Sklaven mehr, sondern dienende Könige. ♦

von Oliver Wittwer


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